Der DJI Avinox Motor hat den E-Bike-Markt seit 2024 grundlegend verändert. Der Mittelmotorantrieb des chinesischen Technologiekonzerns DJI kombiniert 105 Nm Drehmoment mit einem Gewicht von nur 2,52 kg und setzt damit neue Maßstäbe für E-Mountainbikes und Trekking-E-Bikes. Über 60 Fahrradhersteller, darunter Amflow, Canyon, Rotwild, Mondraker, Atherton und BH, verbauen das Avinox Antriebssystem mittlerweile in ihren Modellen.
Was ist der DJI Avinox Motor?
Der DJI Avinox Motor ist ein Mittelmotor-Antriebssystem für E-Bikes, das der Drohnenhersteller DJI seit 2024 produziert. Das Antriebssystem besteht aus Motor, Akku, OLED-Display und einer App-Steuerung. DJI hat die Erfahrung aus dem Drohnenbereich direkt in die E-Bike-Sparte übertragen: zehn hochpräzise Sensoren erfassen in Echtzeit Trittfrequenz, Pedaldruck und Geschwindigkeit. Das Ergebnis ist ein Antrieb, der extrem feinfühlig auf Deinen Tritt reagiert.
Das Planetengetriebe im Inneren arbeitet mit polymerbeschichteten Zahnrädern. Diese Konstruktion reduziert sowohl das Gewicht als auch die Laufgeräusche auf unter 45 dBA. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch liegt bei etwa 60 dBA.
Der DJI E-Bike-Motor startete zunächst exklusiv in Amflow-Modellen und steht seit 2025 auch Drittherstellern als offene Plattform zur Verfügung.
Vom DJI Avinox zur eigenständigen Marke Avinox
Die Marke hat sich seit dem Launch neu aufgestellt. Was 2024 noch als „DJI Avinox“ debütierte, firmiert seit April 2026 nur noch unter dem Namen „Avinox“. DJI hat sein E-Bike-Geschäft strategisch von der Drohnen-Sparte getrennt, um Avinox als eigenständige Brand im Fahrradmarkt zu positionieren. Avinox bleibt zwar eine Tochtergesellschaft von DJI, agiert aber operativ unabhängig.
Für Dich als Käufer ändert sich technisch nichts: Das ehemalige Entwicklungsteam arbeitet weiter am System, und die M1-Hardware bleibt voll kompatibel mit den neuen M2-Komponenten. Praktisch zeigt sich das Rebranding vor allem im Marketing und auf den Produktseiten der Bike-Hersteller. Während Du beim M1 noch häufig die Bezeichnung „DJI Avinox“ findest, läuft die neue M2-Generation offiziell nur unter „Avinox M2″ und „Avinox M2S“.
Welche technischen Daten liefert der DJI Avinox?
Der Avinox M1 erreicht im Normalbetrieb 105 Nm Drehmoment bei 850 Watt Spitzenleistung, im Turbo-Modus steigen die Werte auf 120 Nm und 1.000 Watt. Vier Unterstützungsstufen stehen zur Wahl: Eco, Trail, Turbo und Auto.
Drei Kennzahlen verdeutlichen den Vorsprung von Avinox gegenüber etablierten Systemen:
| Eigenschaft | Avinox M1 | Bosch Performance CX | Shimano EP801 |
| Drehmoment | 105 Nm (120 Nm Boost) | 85 Nm | 85 Nm |
| Spitzenleistung | 1.000 W | ca. 600 W | ca. 600 W |
| Motorgewicht | 2,52 kg | 2,8 kg | 2,6 kg |
Die Dauerleistung bleibt bei allen Herstellern gesetzeskonform bei 250 Watt. Der Unterschied zeigt sich in der kurzzeitigen Spitzenleistung: Der DJI Avinox Motor liefert rund 400 Watt mehr als der Bosch CX und wiegt dabei knapp 300 Gramm weniger.
Seit April 2026 ergänzen zwei neue Modelle die Avinox-Familie.
Was können die neuen Avinox M2 und M2S Motoren?
Der Avinox M2S liefert als Spitzenmodell bis zu 150 Nm Drehmoment und 1.500 Watt Spitzenleistung bei einem Gewicht von 2,59 kg. Der Avinox M2 positioniert sich als Einstiegsmodell mit 125 Nm und 1.100 Watt bei 2,65 kg, ist also minimal schwerer als das Topmodell.
Wichtig zu wissen: Die Spitzenwerte beim M2S hängen vom verbauten Akku ab. Die vollen 1.500 Watt und 150 Nm im Boost erreicht der M2S nur mit dem neuen FP700-Akku oder dem entnehmbaren RS800. In Kombination mit den fest verbauten 600- oder 800-Wh-Akkus liefert der M2S 1.300 Watt und 130 Nm regulär, im Boost 1.300 Watt bei 150 Nm. Grund dafür ist die neue 4680-Zellentechnologie im FP700, die deutlich höhere Entladeströme erlaubt.
Drei wesentliche Neuerungen unterscheiden die Avinox M2-Generation vom M1:
- Verbesserte Wärmeverwaltung: Neue Kühlrippen und interne Temperaturüberwachung verhindern Leistungseinbrüche bei langen Anstiegen.
- Neuer Akku FP700: Der fest integrierte 700-Wh-Akku lädt per GaN-Schnelllader von 0 auf 80 % in 1 Stunde und 24 Minuten.
- Apple Find My Integration über das neue DPC100 Display: Das E-Bike lässt sich über das Apple-Netzwerk orten, dazu kommt eine herzfrequenzbasierte Unterstützungsregelung.
Neben dem neuen FP700-Akku stehen weiterhin die abnehmbaren Varianten RS600 (600 Wh) und RS800 (800 Wh) zur Verfügung.
Die M2-Generation baut auf denselben Gehäusestandards auf wie der M1. Für Dich bedeutet das: Service und Ersatzteile bleiben herstellerübergreifend kompatibel.
Wie fühlt sich der Avinox Motor auf dem Trail an?
Der DJI Avinox Motor reagiert nahezu verzögerungsfrei auf Pedalinput. Die innovative Kupplungstechnik sorgt für eine unterbrechungsfreie Kraftübertragung ohne den typischen Leerweg, den viele Fahrer von Bosch- oder Shimano-Systemen kennen. Ein kurzer Kick ins Pedal genügt, und der Antrieb schiebt sofort an.
In der Ebene arbeitet das Avinox Motorsystem flüsterleise. Der Übergang zwischen motorunterstütztem Fahren und reinem Pedalieren fällt kaum auf. Bergauf ändert sich das Bild: Im Turbo-Modus entfaltet der E-Bike-Antrieb seine volle Kraft und zieht auch in steilem, technischem Gelände gleichmäßig durch.
Tester erreichten mit dem 800-Wh-Akku rund 2.000 Höhenmeter und 49 Kilometer Reichweite in maximaler Unterstützungsstufe. In den Modi Eco und Trail sind je nach Gelände und Fahrergewicht deutlich höhere Reichweiten realistisch.
Das OLED-Touchdisplay mit 2-Zoll-Bildschirm zeigt Geschwindigkeit, Reichweite, Akkustand und Navigationsdaten an. Die Bedienung erfolgt über zwei separate Tasten am Lenker: links für die Unterstützungsstufe, rechts für die Display-Steuerung.
Welche E-Bikes gibt es 2026 mit Avinox Motor?
Über 60 Hersteller setzen mittlerweile auf das Avinox Antriebssystem, darunter Canyon, Mondraker, Pivot, Propain, BH, Atherton, Megamo, Forbidden und YT. Acht ausgewählte Modelle mit konkreten Preisen für den deutschen Markt zeigen die Bandbreite:
- Amflow PL Carbon (800 Wh): ab 6.499 Euro, E-Mountainbike
- Amflow PX Carbon: ab 6.999 Euro, E-Mountainbike
- Mondraker Zendit: ab 8.499 Euro, E-Mountainbike
- Rotwild R.EXC: ab 10.990 Euro, E-Enduro
- Steppenwolf Tundra 9.0: ab 5.199 Euro, E-Mountainbike (Topmodell 10.0 ab 7.999 Euro)
- Steppenwolf Transterra Sport: ab 4.499 Euro, Trekking-E-Bike
- Steppenwolf Transterra Easy: ab 4.499 Euro, Tiefeinsteiger
- Velo de Ville Revo-C: ab 3.999 Euro, Urban-E-Bike
- Crussis e.Hard: ab 3.590 Euro, E-Hardtail (Topmodell e-Full 12.11 Pro X bis 11.990 Euro)
Die Preisspanne reicht von 3.590 Euro für das Crussis e.Hard bis über 11.000 Euro für Premium-Modelle wie das Crussis e-Full 12.11 Pro X oder das Rotwild R.EXC. Mit dem Velo de Ville Revo-C und den Steppenwolf-Modellen gibt es erstmals auch Trekking- und City-E-Bikes mit dem Avinox Antrieb.
Wie schneidet der DJI Avinox im Vergleich zu Bosch und Shimano ab?
Der Avinox M1 übertrifft den Bosch Performance CX und den Shimano EP801 in drei Kerndisziplinen: Spitzenleistung, Drehmoment und Motorgewicht. Die Kraftentfaltung wirkt in Tests direkter und explosiver als bei den europäischen Systemen.
Bosch und Shimano punkten in zwei Bereichen. Die Servicenetze beider Hersteller sind in Deutschland dichter ausgebaut, was Wartung und Reparaturen vereinfacht. Dazu kommt die jahrelange Erfahrung mit Firmware-Updates und Software-Stabilität.
| Kriterium | Avinox M1 | Bosch CX | Shimano EP801 |
| Spitzenleistung | 1.000 W | ca. 600 W | ca. 600 W |
| Drehmoment | 120 Nm (Boost) | 85 Nm | 85 Nm |
| Motorgewicht | 2,52 kg | 2,8 kg | 2,6 kg |
| Akkuoptionen | 600/700/800 Wh | 400–750 Wh | 504–630 Wh |
| Schnellladung | 75 % in 1,5 Std. | abhängig von Modell | nicht verfügbar |
| Servicenetz DE | im Aufbau | sehr dicht | sehr dicht |
Für Dich als Käufer hängt die Wahl vom Einsatzzweck ab. Wer maximale Power am Berg sucht und gern mit App und Display arbeitet, findet im Avinox Motorsystem aktuell das leistungsstärkste Gesamtpaket. Wer auf ein flächendeckendes Servicenetz und langjährige Ersatzteilverfügbarkeit setzt, fährt mit Bosch oder Shimano auf der sicheren Seite.
Was bietet die Avinox App?
Die Avinox App verbindet das E-Bike per Bluetooth mit dem Smartphone und bietet vier Kernfunktionen: individuelle Anpassung der Unterstützungsmodi, GPS-Tracking mit Routenaufzeichnung, Diebstahlschutz mit Alarmfunktion und Firmware-Updates over the air.
Die App ermöglicht es Dir, die Leistungskurve jedes einzelnen Unterstützungsmodus feinzujustieren. Du bestimmst, bei welcher Trittfrequenz der Motor wie stark unterstützt. Dieses Maß an Individualisierung bieten weder Bosch noch Shimano in ihren Standard-Apps.
Seit der M2-Generation unterstützt das neue DPC100 Display Apple Find My. Das E-Bike taucht direkt in der „Wo ist?“-App auf, ohne dass zusätzliche Hardware nötig ist.
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Häufige Fragen zum Avinox Motor
Wie schwer ist der Avinox Motor?
Der Avinox M1 wiegt 2,52 kg, der M2S 2,59 kg und der M2 2,65 kg. Damit zählen alle drei Varianten zu den leichtesten Vollleistungs-Mittelmotoren am Markt. Zum Vergleich: Der Bosch Performance CX bringt 2,8 kg auf die Waage.
Passt der DJI Avinox Motor auch in City- und Trekking-E-Bikes?
Ja. Mit dem Velo de Ville Revo-C (ab 3.999 Euro) und den Steppenwolf Transterra Modellen (ab 4.499 Euro) gibt es seit 2026 erstmals Trekking- und City-E-Bikes mit Avinox Antrieb. Der Motor beschränkt sich nicht mehr auf E-Mountainbikes.
Wie lange dauert eine volle Akkuladung beim Avinox?
Der 800-Wh-Akku (RS800) der M2-Generation erreicht per GaN-Schnelllader 80 % Kapazität in 1 Stunde und 45 Minuten. Der neue FP700-Akku (700 Wh, integriert) schafft 80 % in 1 Stunde und 24 Minuten. Eine komplette Ladung von 0 auf 100 % dauert je nach Akkugröße zwischen 2 und 3 Stunden.
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Gibt es genug Service-Partner für den DJI Avinox in Deutschland?
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